Tiere in der Nordsee: Fische, Robben, Haie und andere Meerestiere

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Welche Tiere leben in der Nordsee?

Die Nordsee ist Lebensraum für eine erstaunlich große Zahl unterschiedlicher Tiere. Neben bekannten Arten wie Seehunden, Kegelrobben und Schweinswalen leben hier zahlreiche Fische, Haie, Rochen, Quallen, Krebse, Garnelen, Muscheln, Schnecken und Würmer.

Besonders artenreich ist das Wattenmeer vor der deutschen, niederländischen und dänischen Küste. Viele Tiere haben sich an den ständigen Wechsel zwischen Ebbe und Flut angepasst. Andere Arten leben überwiegend in der offenen Nordsee und kommen nur selten in Küstennähe.

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Für Urlauber ist die Nordsee besonders interessant, weil man einige Tiere tatsächlich relativ einfach beobachten kann. Seehunde liegen bei Ebbe auf Sandbänken, Kegelrobben lassen sich unter anderem rund um Helgoland beobachten und im Watt entdeckt man Muscheln, Krebse, Schnecken und die typischen Spuren der Wattwürmer.

Andere Tiere bleiben dagegen meist verborgen. Zwar gibt es Haie in der Nordsee, für einen normalen Badeurlauber spielen sie jedoch praktisch keine Rolle.

In diesem Artikel stellen wir die wichtigsten Tiere in der Nordsee vor und beantworten vor allem die Fragen, die für Urlauber interessant sind: Welche Tiere kann man sehen? Wo leben Robben und Schweinswale? Welche Fische gibt es? Und gibt es gefährliche Tiere in der Nordsee?

Tiere in der Nordsee auf einen Blick

  • Meeressäuger: Seehund, Kegelrobbe und Schweinswal
  • Fische: unter anderem Scholle, Hering, Makrele, Seezunge, Sprotte und verschiedene Grundeln
  • Haie: mehrere Arten kommen in der Nordsee vor, Begegnungen beim Baden sind sehr selten
  • Rochen: verschiedene Arten leben am oder nahe dem Meeresboden
  • Quallen: mehrere Arten, deren Auftreten stark schwanken kann
  • Krebstiere: Strandkrabben, Nordseegarnelen, Einsiedlerkrebse und weitere Arten
  • Muscheln: unter anderem Miesmuscheln, Herzmuscheln und Austern
  • Typische Wattbewohner: Wattwürmer, Schnecken, Muscheln und kleine Krebstiere
  • Besonders gute Tierbeobachtung: Wattenmeer, Helgoland, Sylt und andere Nordseeinseln

Das Wattenmeer ist dabei von besonderer Bedeutung. Nach Angaben der Nationalparkverwaltungen kommen dort rund 100 Fischarten vor. Muscheln, Schnecken, Würmer, Krebse und andere wirbellose Tiere sind mit etwa 350 Arten vertreten. Seehund, Kegelrobbe und Schweinswal gehören zu den charakteristischen Meeressäugern.

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Warum ist die Nordsee so artenreich?

Die Nordsee besteht keineswegs aus einem einheitlichen Lebensraum. Die Bedingungen in der offenen und teilweise tiefen Nordsee unterscheiden sich deutlich von denen in flachen Küstengewässern.

Besonders ungewöhnlich ist das Wattenmeer. Bei Ebbe fallen riesige Flächen trocken, während sie wenige Stunden später wieder vom Meer überspült werden. Dazwischen liegen Priele, Sandbänke, Salzwiesen und Inseln.

Die Tiere müssen mit starken Veränderungen zurechtkommen. Wasserstand, Strömung, Temperatur und Salzgehalt können sich erheblich verändern.

Trotz dieser schwierigen Bedingungen ist das Wattenmeer ausgesprochen produktiv. Im Wattboden leben enorme Mengen kleiner Tiere. Sie wiederum bilden die Nahrungsgrundlage für Fische, Vögel und andere Tiere.

Wer mehr über die Küste, Inseln und Urlaubsorte erfahren möchte, findet in unserem großen Überblick zur Nordsee weitere Informationen.

Welche Tiere kann man als Urlauber in der Nordsee sehen?

Zwischen der Frage, welche Tiere in der Nordsee leben, und der Frage, welche davon ein Urlauber tatsächlich sieht, besteht ein großer Unterschied.

Haie und viele größere Fische leben zwar in der Nordsee, werden aber von normalen Badegästen kaum beobachtet. Andere Arten sind dagegen vergleichsweise leicht zu entdecken.

Tier Chance auf Beobachtung Wo?
Seehund gut Sandbänke, Ausflugsschiffe
Kegelrobbe regional gut besonders Helgoland, außerdem Teile des Wattenmeers
Schweinswal mit Glück offenes Wasser, besonders interessant vor Sylt und Amrum
Strandkrabbe sehr gut Watt und flaches Wasser
Muscheln sehr gut Watt, Strand, Muschelbänke
Wattwurm sehr gut, zumindest seine Spuren Watt
Qualle je nach Bedingungen gut Strand und Wasser
Hai für Badegäste sehr gering überwiegend offene Nordsee

Seehunde in der Nordsee

Der Seehund ist wahrscheinlich das bekannteste Tier des Wattenmeers. Die Tiere sind ausgezeichnete Schwimmer, verbringen aber regelmäßig Zeit außerhalb des Wassers.

Besonders wichtig sind die Sandbänke. Seehunde nutzen sie zum Ruhen, zur Geburt und Aufzucht ihrer Jungen sowie während des Fellwechsels. Im Sommer sammeln sich viele Tiere auf geeigneten Sandbänken.

Genau deshalb lassen sich Seehunde bei einer Bootsfahrt vergleichsweise gut beobachten. Viele Ausflugsschiffe fahren zu bekannten Seehundbänken, ohne den Tieren zu nahe zu kommen.

Was fressen Seehunde?

Seehunde ernähren sich überwiegend von Fischen und anderen Meerestieren. Junge Tiere fressen zunächst beispielsweise kleinere Fische und Garnelen. Bei ausgewachsenen Seehunden in der Nordsee gehören Plattfische zu den wichtigen Beutetieren.

Bei der Jagd helfen ihnen ihre empfindlichen Barthaare. Damit können sie Wasserbewegungen wahrnehmen, die schwimmende Fische hinterlassen.

Wo kann man Seehunde beobachten?

Gute Möglichkeiten bestehen an vielen Abschnitten des Wattenmeers. Besonders praktisch für Urlauber sind Schiffsausflüge zu den Seehundbänken.

Auch von Orten wie Büsum, Cuxhaven und anderen Nordseehäfen werden Ausflüge ins Wattenmeer angeboten.

Bei einer Wattwanderung sollte man dagegen niemals versuchen, sich einer ruhenden Robbe zu nähern. Die Tiere benötigen ihre Ruheplätze und sollten nicht ins Wasser getrieben werden.

Was ist ein Heuler?

Junge Seehunde werden umgangssprachlich häufig als Heuler bezeichnet. Allerdings ist nicht jeder junge Seehund, der allein am Strand liegt, tatsächlich von seiner Mutter verlassen worden.

Besonders bei jungen Kegelrobben ist es normal, dass sie zeitweise allein am Strand liegen, während das Muttertier unterwegs ist. Die Nationalparkverwaltung empfiehlt deshalb, großen Abstand zu halten und den Zugang zwischen Tier und Wasser nicht zu versperren.

Robbe am Strand gefunden – was tun?

  • Abstand halten.
  • Das Tier nicht anfassen.
  • Hunde fernhalten und anleinen.
  • Den Weg zum Wasser nicht versperren.
  • Ein Jungtier nicht automatisch für verlassen halten.
  • Bei einem offensichtlich verletzten Tier die örtlich zuständigen Stellen informieren.

Kegelrobben in der Nordsee

Neben dem Seehund lebt mit der Kegelrobbe eine zweite Robbenart in der Nordsee. Sie ist deutlich größer als der Seehund. Kegelrobben sind sogar die größten in Deutschland vorkommenden Raubtiere.

Besonders die männlichen Tiere können sehr groß werden. Charakteristisch ist außerdem der längere Kopf, durch den sich eine ausgewachsene Kegelrobbe relativ gut von einem Seehund unterscheiden lässt.

Seehund oder Kegelrobbe – was ist der Unterschied?

Für Laien sehen beide Arten zunächst ähnlich aus. Mit etwas Erfahrung lassen sie sich jedoch unterscheiden.

Der Seehund besitzt einen eher rundlichen Kopf und wirkt kleiner. Die Kegelrobbe hat einen längeren Kopf und wird erheblich größer.

Bei ausgewachsenen männlichen Kegelrobben ist der Unterschied besonders deutlich.

Kegelrobben auf Helgoland

Einer der bekanntesten Orte zur Beobachtung von Kegelrobben ist Helgoland. Die Tiere sind dort eine der großen Attraktionen für Naturfreunde.

Die Nationalparkverwaltung nennt Helgoland neben Amrum und Juist als einen der Orte mit Kegelrobbenkolonien.

Für Besucher aus Hamburg kann sich deshalb ein Tagesausflug nach Helgoland nicht nur wegen der Insel selbst, sondern auch wegen der Tierwelt lohnen.

Wichtig ist allerdings, den vorgeschriebenen beziehungsweise empfohlenen Abstand zu den Tieren einzuhalten. Besonders während der Geburt und Aufzucht der Jungtiere benötigen Kegelrobben Ruhe.

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Schweinswale in der Nordsee

Viele Urlauber wissen nicht, dass in der Nordsee auch Wale leben. Der Schweinswal ist die einzige im Wattenmeer heimische Walart. Er gehört zu den kleinsten Walen der Welt und ist mit Delfinen verwandt.

Anders als Seehunde und Kegelrobben kommen Schweinswale nicht zum Ruhen an Land. Wer einen Schweinswal sehen möchte, muss deshalb die Wasseroberfläche beobachten.

Typisch ist die kleine dreieckige Rückenflosse, die beim Auftauchen für kurze Zeit sichtbar wird.

Wo kann man Schweinswale sehen?

Besonders interessant ist die Nordsee vor Sylt und Amrum. Vor der Westküste dieser Inseln werden regelmäßig Schweinswale beobachtet; dort befindet sich auch ein Walschutzgebiet.

Wer auf Sylt Urlaub macht, sollte deshalb bei ruhiger See gelegentlich den Blick auf die Wasseroberfläche richten.

Eine Sichtung lässt sich natürlich nicht planen. Schweinswale sind Wildtiere und tauchen oft nur kurz auf. Gerade das macht eine zufällige Beobachtung besonders interessant.

Gibt es Delfine in der Nordsee?

Auch Delfinarten können in der Nordsee auftreten. Für einen Urlaub an der deutschen Nordseeküste ist der Schweinswal jedoch der wesentlich typischere kleine Wal.

Gelegentliche Beobachtungen anderer Wal- und Delfinarten bedeuten nicht, dass man diese regelmäßig bei einem Strandurlaub sehen kann.

Wer gezielt Meeressäuger beobachten möchte, hat mit Seehunden und regional mit Kegelrobben deutlich bessere Chancen.

Fische in der Nordsee

Die Nordsee besitzt eine vielfältige Fischfauna. Allein im Wattenmeer werden rund 100 Fischarten angetroffen. Manche leben dort das ganze Jahr, andere nur saisonal oder während eines bestimmten Abschnitts ihres Lebens.

Zu den bekannten Fischen der Nordsee gehören unter anderem:

  • Scholle
  • Seezunge
  • Hering
  • Sprotte
  • Makrele
  • Kabeljau beziehungsweise Dorsch
  • Wittling
  • Hornhecht
  • Meeräsche
  • Flunder
  • Sandgrundel
  • Aalmutter

Die genaue Zusammensetzung hängt stark davon ab, ob man das Wattenmeer, küstennahe Gewässer oder die offene Nordsee betrachtet.

Das Wattenmeer als Kinderstube der Fische

Das Wattenmeer ist für viele Fischarten besonders wichtig, weil Jungfische dort gute Bedingungen finden.

Beispielsweise nutzen junge Schollen, Seezungen und Heringe das Wattenmeer als Aufwuchsgebiet. Das flache Wasser bietet Nahrung und andere Bedingungen als die offene Nordsee.

Das erklärt auch, warum kleine Fische für das gesamte Ökosystem so wichtig sind: Sie sind wiederum Nahrung für größere Fische, Vögel und Meeressäuger.

Scholle in der Nordsee

Die Scholle gehört zu den bekanntesten Speisefischen der Nordsee. Sie ist ein Plattfisch und verbringt einen großen Teil ihres Lebens am Meeresboden.

Junge Schollen nutzen das flache Wattenmeer als Aufwuchsgebiet. Erwachsene Tiere leben stärker in anderen Bereichen der Nordsee.

Ihre flache Körperform und die Färbung machen sie auf sandigem Untergrund ausgesprochen schwer zu erkennen.

Hering in der Nordsee

Der Hering gehört zu den wirtschaftlich und ökologisch bedeutenden Fischen der Nordsee. Heringe leben in Schwärmen und dienen zahlreichen größeren Meerestieren als Nahrung.

Auch junge Heringe nutzen das Wattenmeer. Dadurch ist die Verbindung zwischen offener Nordsee und flacher Küstenregion für die Fischbestände besonders wichtig.

Makrelen in der Nordsee

Auch Makrelen kommen in der Nordsee vor. Sie sind schnelle Schwarmfische und halten sich stärker im freien Wasser auf als typische Bodenfische wie Scholle und Seezunge.

Für normale Badegäste sind Makrelen kaum von Bedeutung. Angler und Fischereibetriebe kennen die Art dagegen gut.

Haie in der Nordsee

Ja, es gibt Haie in der Nordsee. Das überrascht viele Urlauber, weil Haie meist mit tropischen oder subtropischen Meeren verbunden werden.

Tatsächlich kommen verschiedene Haiarten auch in europäischen Gewässern vor. Das bedeutet jedoch nicht, dass Badegäste an deutschen Nordseestränden regelmäßig Haien begegnen.

Für einen normalen Nordseeurlaub ist das Risiko einer gefährlichen Begegnung sehr gering.

Da wir diesem Thema bereits einen ausführlichen eigenen Artikel gewidmet haben, findest du Arten, Größen und weitere Informationen unter Haie in der Nordsee.

Sind Haie in der Nordsee gefährlich?

Für Badeurlauber gehören Haie nicht zu den wichtigen Gefahren der Nordsee. Viele Arten leben nicht dort, wo Menschen im flachen Wasser baden.

Wer wissen möchte, welche Tiere beim Baden tatsächlich relevanter sind, sollte eher auf Quallen und einige kleinere Meerestiere achten.

Rochen in der Nordsee

Neben Haien leben auch Rochen in der Nordsee. Haie und Rochen gehören biologisch zu den Knorpelfischen.

Rochen sind besonders gut an das Leben am Meeresboden angepasst. Ihr stark abgeflachter Körper ermöglicht es ihnen, sich dicht über dem Grund zu bewegen oder dort zu liegen.

Für normale Badegäste sind Begegnungen selten. Taucher, Fischer und Angler bekommen Rochen wesentlich häufiger zu Gesicht.

Quallen in der Nordsee

Deutlich wahrscheinlicher als eine Begegnung mit einem Hai ist für Badegäste der Kontakt mit einer Qualle.

In der Nordsee leben mehrere Quallenarten. Wie viele Tiere sich gerade in Küstennähe befinden, kann stark schwanken. Wind und Strömung können dazu führen, dass an einzelnen Tagen viele Quallen an einen Strand gelangen.

Einige Arten sind für Menschen weitgehend harmlos, während der Kontakt mit anderen unangenehm oder schmerzhaft sein kann.

Da Quallen auch für Ostseeurlauber ein wichtiges Thema sind, haben wir dazu einen eigenen Ratgeber: Quallen in Nordsee und Ostsee.

Welche Quallen gibt es in der Nordsee?

Zu den bekanntesten Quallen der Nordsee gehören Ohrenquallen und Feuerquallen. Daneben kommen weitere Arten vor, die sich in Größe, Aussehen und Wirkung ihrer Nesselkapseln unterscheiden.

Die häufig zu beobachtende Ohrenqualle erkennt man an ihrem durchsichtigen Körper und den vier ringförmigen Strukturen im Inneren. Für Menschen ist sie normalerweise kaum problematisch.

Mehr Vorsicht ist bei stärker nesselnden Arten angebracht. Besonders Feuerquallen können bei Hautkontakt schmerzhafte Reaktionen verursachen.

Was tun bei vielen Quallen am Strand?

Wenn zahlreiche Quallen im Wasser treiben oder am Strand liegen, sollte man zunächst auf örtliche Hinweise achten. Auch angeschwemmte Tiere sollte man nicht mit bloßen Händen anfassen.

Das gilt besonders für Kinder, die Quallen am Strand interessant finden und häufig nicht erkennen können, um welche Art es sich handelt.

Mehr über die verschiedenen Arten und das richtige Verhalten findest du in unserem ausführlichen Artikel über Quallen in Nordsee und Ostsee.

Krebse und Krabben in der Nordsee

Zu den Tieren, die Urlauber wesentlich leichter entdecken können, gehören Krebse und Krabben. Besonders im Wattenmeer und in flachen Küstenbereichen leben verschiedene Arten.

Wer bei Ebbe langsam durch das Watt läuft oder in kleinen Wasserstellen schaut, kann mit etwas Glück Tiere entdecken, die bei Hochwasser verborgen bleiben.

Strandkrabben

Die Strandkrabbe gehört zu den typischen Bewohnern der Nordseeküste. Sie lebt in unterschiedlichen Küstenlebensräumen und ist auch im Wattenmeer verbreitet.

Strandkrabben ernähren sich vielseitig. Auf ihrem Speiseplan stehen unter anderem Muscheln, Schnecken, Würmer und andere kleinere Tiere.

Für Menschen sind Strandkrabben harmlos. Größere Tiere können sich mit ihren Scheren verteidigen, wenn man versucht, sie anzufassen.

Für Kinder gehören Strandkrabben oft zu den interessantesten Tieren einer Wattwanderung, weil man sie im Gegensatz zu vielen Fischen und Meeressäugern aus unmittelbarer Nähe beobachten kann.

Nordseegarnelen

Die Nordseegarnele ist vielen Urlaubern eher unter dem Namen Nordseekrabbe bekannt. Biologisch handelt es sich jedoch um eine Garnele.

Sie lebt vor allem über sandigem und schlickigem Untergrund und ist hervorragend getarnt. Dadurch kann man die Tiere leicht übersehen.

Nordseegarnelen gehören zu den bekanntesten Meerestieren der deutschen Nordseeküste, nicht zuletzt wegen ihrer Bedeutung für die Fischerei.

In Häfen wie Büsum gehören Krabbenkutter bis heute zum typischen Bild. Für Urlauber ist Büsum gleichzeitig ein guter Ausgangspunkt, um das Wattenmeer kennenzulernen.

Hummer bei Helgoland

Ein deutlich größerer Krebs ist der Europäische Hummer. Besonders bekannt ist sein Vorkommen rund um Helgoland.

Hummer bevorzugen felsige Bereiche und Verstecke am Meeresboden. Genau diese Bedingungen unterscheiden Helgoland von weiten Teilen der deutschen Nordseeküste, die von Sand und Schlick geprägt sind.

Bei einem normalen Tagesausflug wird man einen wild lebenden Hummer kaum sehen. Trotzdem gehört er zu den charakteristischen Meerestieren rund um die Insel.

Helgoland ist damit aus Sicht der Tierwelt gleich mehrfach interessant: Neben Hummern sind vor allem Kegelrobben und die großen Seevogelkolonien bekannt.

Mehr zur Insel, Anreise und den wichtigsten Sehenswürdigkeiten findest du in unserem Artikel über einen Tagesausflug nach Helgoland.

Einsiedlerkrebse in der Nordsee

Auch Einsiedlerkrebse leben in der Nordsee. Sie besitzen keinen ausreichend geschützten Hinterleib und nutzen deshalb leere Schneckengehäuse als Schutz.

Wächst ein Einsiedlerkrebs, muss er irgendwann ein größeres Gehäuse finden. Dadurch sind die Tiere auf ausreichend leere Schneckenhäuser angewiesen.

Mit etwas Glück können kleinere Exemplare in flachen Küstenbereichen entdeckt werden.

Muscheln in der Nordsee

Muscheln gehören zu den auffälligsten Tieren des Wattenmeers. Ihre leeren Schalen findet man an praktisch jedem Nordseestrand, während lebende Tiere häufig im Boden oder in größeren Muschelbänken vorkommen.

Zu den bekannten Arten gehören:

  • Miesmuschel
  • Herzmuschel
  • Sandklaffmuschel
  • Schwertmuscheln
  • Austern

Muscheln sind ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems. Viele Arten filtern große Mengen Wasser und dienen gleichzeitig Vögeln, Krebsen, Seesternen und anderen Tieren als Nahrung.

Miesmuscheln

Miesmuscheln können große Muschelbänke bilden. Diese Ansammlungen sind weit mehr als eine große Menge einzelner Muscheln.

Zwischen und auf den Muscheln entstehen Lebensräume für zahlreiche weitere Tiere. Damit erhöhen Muschelbänke die Strukturvielfalt im ansonsten oft relativ gleichförmigen Watt.

Für Urlauber sind leere Miesmuschelschalen am Strand leicht zu erkennen. Lebende Muschelbänke sollte man dagegen möglichst wenig stören.

Herzmuscheln

Die Herzmuschel gehört ebenfalls zu den typischen Bewohnern des Wattenmeers. Ihre kräftig gerippte Schale findet man häufig am Strand.

Lebende Herzmuscheln befinden sich meist knapp unter der Oberfläche des Wattbodens.

Für verschiedene Vögel sind Herzmuscheln eine wichtige Nahrungsquelle. Damit zeigt sich besonders gut, wie eng die Tiere im Watt miteinander verbunden sind.

Austern in der Nordsee

Auch Austern leben im Wattenmeer. Besonders auffällig ist heute die Pazifische Auster, die ursprünglich nicht zur heimischen Tierwelt der Nordsee gehörte.

Sie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark ausgebreitet und kommt inzwischen in großen Beständen vor. Teilweise wachsen Austern und Miesmuscheln gemeinsam und bilden ausgedehnte Riffe beziehungsweise Muschelbänke.

Für Wattwanderer können die scharfkantigen Schalen unangenehm sein. In entsprechenden Bereichen sind geeignete Schuhe sinnvoll.

Schnecken in der Nordsee

Neben Muscheln leben zahlreiche Meeresschnecken in der Nordsee und im Wattenmeer.

Eine der auffälligsten ist ausgerechnet ausgesprochen klein: die Wattschnecke. Die Tiere können in enormen Mengen auf dem Wattboden vorkommen.

Daneben gibt es größere Schneckenarten, die räuberisch leben und andere Meerestiere fressen.

Wattwürmer – eines der bekanntesten Tiere im Wattenmeer

Kaum ein Tier steht so sehr für das Wattenmeer wie der Wattwurm. Dabei sehen die meisten Urlauber den eigentlichen Wurm überhaupt nicht.

Zu erkennen sind vielmehr seine charakteristischen Spuren. Die bekannten kleinen Sandhäufchen auf der Wattoberfläche entstehen durch die Lebensweise des Wattwurms.

Der Wurm lebt in einer Röhre im Boden und nimmt Sand auf. Organisches Material daraus wird als Nahrung verwertet, der restliche Sand anschließend wieder ausgeschieden.

Die zahllosen kleinen Sandhäufchen zeigen deshalb, wie viele Tiere unsichtbar unter der Oberfläche leben.

Welche Tiere findet man bei einer Wattwanderung?

Eine geführte Wattwanderung gehört zu den besten Möglichkeiten, die Tierwelt der Nordsee kennenzulernen. Viele der interessantesten Arten sind klein und ohne entsprechende Kenntnisse leicht zu übersehen.

Typische Beobachtungen können sein:

  • Wattwürmer beziehungsweise ihre Spuren
  • Strandkrabben
  • Nordseegarnelen
  • Herzmuscheln
  • Miesmuscheln
  • Austern
  • Wattschnecken
  • kleine Fische in Prielen
  • verschiedene weitere Würmer und Krebstiere

Gerade für Familien ist das interessant, weil man dabei nicht darauf hoffen muss, zufällig einen seltenen Wal oder eine Robbe zu entdecken. Viele Wattbewohner sind direkt vor den Füßen vorhanden.

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Seesterne in der Nordsee

Auch Seesterne gehören zur Tierwelt der Nordsee. Der bekannteste Vertreter ist der Gemeine Seestern.

Seesterne bewegen sich langsam über den Meeresboden und ernähren sich unter anderem von Muscheln. Trotz ihres harmlosen Aussehens sind sie damit erfolgreiche Räuber.

Für Muscheln können große Seesternbestände eine erhebliche Rolle spielen. Mit ihren vielen kleinen Röhrenfüßchen können Seesterne die Schalen einer Muschel langsam auseinanderziehen.

Angeschwemmte Seesterne findet man gelegentlich auch am Strand. Lebende Tiere sollte man nicht für längere Zeit aus dem Wasser nehmen.

Seeigel in der Nordsee

Seeigel verbindet man eher mit felsigen Mittelmeerküsten, doch auch in der Nordsee gibt es Seeigel.

Für Badegäste sind sie allerdings wesentlich weniger relevant als beispielsweise in vielen Regionen des Mittelmeers. Die Wahrscheinlichkeit, an einem typischen deutschen Nordseestrand auf einen Seeigel zu treten, ist gering.

Am Strand werden gelegentlich leere Gehäuse angespült. Diese unterscheiden sich deutlich von den stacheligen lebenden Tieren.

Seepocken – Tiere, keine Muscheln

Seepocken sehen auf den ersten Blick nicht wie Tiere aus. Man findet ihre kalkhaltigen Gehäuse auf Steinen, Hafenanlagen, Muscheln und anderen festen Oberflächen.

Überraschend ist ihre biologische Einordnung: Seepocken gehören zu den Krebstieren und sind damit beispielsweise mit Krabben und Garnelen verwandt.

Die ausgewachsenen Tiere bleiben an einer Stelle befestigt und filtern Nahrung aus dem Wasser.

Seeanemonen in der Nordsee

Auch Seeanemonen leben in der Nordsee. Mit ihren Tentakeln erinnern sie optisch eher an Pflanzen, gehören aber zu den Tieren.

Sie sind mit Quallen verwandt und besitzen ebenfalls Nesselkapseln, mit denen kleine Beutetiere gefangen werden.

Viele Arten leben auf festen Untergründen und bleiben deshalb für normale Strandurlauber weitgehend unsichtbar.

Welche Tiere leben im Sand der Nordsee?

Ein großer Teil der Nordseetiere lebt nicht sichtbar auf dem Meeresboden, sondern im Sand und Schlick.

Gerade im Wattenmeer ist der Boden voller Leben. Würmer graben Gänge, Muscheln sitzen unter der Oberfläche und kleine Krebstiere verstecken sich im Sediment.

Das erklärt, warum eine scheinbar leere Wattfläche biologisch ausgesprochen reich sein kann.

Zu den typischen Bewohnern des Bodens gehören unter anderem:

  • Wattwürmer
  • Herzmuscheln
  • Sandklaffmuscheln
  • Wattschnecken
  • kleine Krebstiere
  • verschiedene Borstenwürmer

Tiere in Prielen

Priele sind natürliche Wasserläufe im Wattenmeer. Auch bei Ebbe kann dort Wasser stehen beziehungsweise fließen.

Für Tiere sind diese Bereiche besonders wichtig. Kleine Fische, Garnelen und andere Meerestiere können sich dort aufhalten, während große Teile der Umgebung trockenfallen.

Für Wattwanderer stellen Priele allerdings auch eine Gefahr dar. Sie können tiefer sein, als sie aussehen, und sich bei auflaufendem Wasser schnell füllen.

Wer das Wattenmeer nicht gut kennt, sollte deshalb eine längere Wattwanderung nicht auf eigene Faust unternehmen.

Tiere rund um Neuwerk und Cuxhaven

Die Region um Cuxhaven gehört zu den besonders interessanten Gebieten, um das Wattenmeer kennenzulernen.

Von Cuxhaven aus kann man bei geeigneten Bedingungen sogar durch das Watt in Richtung Insel Neuwerk gelangen. Aufgrund der Gezeiten sollte eine solche Tour jedoch gut geplant beziehungsweise geführt unternommen werden.

Auf und im Watt leben Strandkrabben, Garnelen, Muscheln, Schnecken und Wattwürmer. Gleichzeitig nutzen zahlreiche Vögel das Gebiet zur Nahrungssuche.

Mit etwas Glück können in der weiteren Umgebung auch Seehunde beobachtet werden.

Tiere rund um Büsum

Auch Büsum ist ein guter Ausgangspunkt für Urlauber, die sich für das Wattenmeer interessieren.

Der Hafen ist traditionell eng mit der Krabbenfischerei verbunden. Gleichzeitig werden von der Region verschiedene Fahrten auf die Nordsee angeboten.

Für Familien sind geführte Wattwanderungen interessant, weil dabei die zunächst unscheinbaren Tiere des Wattbodens erklärt werden.

Tiere bei St. Peter-Ording

St. Peter-Ording ist vor allem für seinen außergewöhnlich breiten Strand bekannt. Gleichzeitig liegt der Urlaubsort unmittelbar am Wattenmeer.

Damit sind Wattbewohner und zahlreiche Küstenvögel Teil der natürlichen Umgebung.

Wer Tiere beobachten möchte, sollte nicht nur auf das offene Meer schauen. Gerade bei Ebbe befindet sich ein großer Teil des sichtbaren Lebens auf beziehungsweise unter der Wattoberfläche.

Tiere auf und rund um Sylt

Sylt ist aus Sicht der Tierbeobachtung besonders interessant, weil Urlauber dort mehrere Lebensräume erreichen können.

Östlich der Insel liegt das Wattenmeer mit seinen typischen Wattbewohnern. Westlich befindet sich die offene Nordsee.

Besonders interessant sind die Schweinswale vor der Westküste. Bei ruhigem Wetter und etwas Glück können die kleinen Wale sogar von Land aus entdeckt werden.

Hinzu kommen Seehunde, zahlreiche Küstenvögel und die typische Tierwelt des Wattenmeers.

Welche Vögel leben an der Nordsee?

Obwohl dieser Artikel hauptsächlich Tiere im Wasser und Watt behandelt, kann man die Vogelwelt der Nordsee kaum vollständig ausklammern.

Das Wattenmeer gehört zu den wichtigsten Rastgebieten für Zugvögel. Für viele Arten ist das enorme Nahrungsangebot im Watt entscheidend.

Zu den bekannten Vögeln der Nordseeküste gehören unter anderem:

  • Austernfischer
  • Silbermöwen
  • Lachmöwen
  • Brandgänse
  • Eiderenten
  • Kormorane
  • Seeschwalben
  • verschiedene Watvögel

Besonders im Frühjahr und Herbst können sehr große Vogelzahlen auftreten, wenn Zugvögel das Wattenmeer als Rast- und Nahrungsgebiet nutzen.

Seevögel auf Helgoland

Eine Sonderstellung nimmt wiederum Helgoland ein.

Die Felsen der Insel bieten Brutplätze, die an der flachen deutschen Nordseeküste ansonsten kaum vorhanden sind. Dadurch können Besucher dort Seevögel beobachten, die man an typischen Sandstränden wesentlich seltener aus unmittelbarer Nähe sieht.

Helgoland ist deshalb eines der interessantesten deutschen Reiseziele für Tierfreunde: Kegelrobben, Seehunde, Seevögel und eine besondere Unterwasserwelt kommen auf engem Raum zusammen.

Gefährliche Tiere in der Nordsee

Haie, Rochen und Quallen lassen die Tierwelt der Nordsee gefährlicher erscheinen, als sie für Urlauber tatsächlich ist.

Für Millionen Badegäste verläuft ein Aufenthalt an der Nordsee ohne Begegnung mit einem gefährlichen Meerestier.

Trotzdem gibt es einige Tiere, die Beschwerden oder Verletzungen verursachen können. Dazu gehören vor allem:

  • stärker nesselnde Quallen
  • Petermännchen
  • Tiere mit scharfen Schalen oder Scheren
  • einige andere Fische mit Stacheln

Haie gehören dagegen trotz ihrer Bekanntheit nicht zu den typischen Gefahren für Nordseeurlauber.

Petermännchen in der Nordsee

Das Petermännchen ist für Badegäste interessanter als viele wesentlich größere Raubtiere. Der Fisch besitzt giftige Stacheln und kann sich teilweise in sandigem Untergrund verbergen.

Wer auf ein Tier tritt oder es unvorsichtig anfasst, kann einen sehr schmerzhaften Stich erleiden.

Damit ist das Petermännchen ein gutes Beispiel dafür, dass die Größe eines Tieres wenig über seine Bedeutung für Badegäste aussagt.

Das Risiko bleibt insgesamt überschaubar, trotzdem sollte ein Stich ernst genommen werden.

Sind Robben gefährlich?

Seehunde und Kegelrobben wirken friedlich und werden häufig aus geringer Entfernung fotografiert. Trotzdem handelt es sich um wilde Raubtiere.

Besonders Kegelrobben sind groß und kräftig. Man sollte deshalb niemals versuchen, ein Tier anzufassen oder gemeinsam mit ihm für ein Foto zu posieren.

Wer ausreichend Abstand hält, hat normalerweise kein Problem. Kritisch wird es vor allem dann, wenn Menschen den Tieren zu nahe kommen und ihnen keine Ausweichmöglichkeit lassen.

Sind die Tiere in der Nordsee für Kinder gefährlich?

Für Familien ist die Tierwelt der Nordsee eher eine Attraktion als eine Gefahr.

Kinder können bei Wattwanderungen Strandkrabben, Muscheln, Wattwürmer und andere kleine Tiere kennenlernen. Wichtig ist, dass Wildtiere nicht unnötig angefasst oder aus ihrem Lebensraum mitgenommen werden.

Am Strand sollten Kinder außerdem lernen, unbekannte Quallen nicht anzufassen.

Die größeren Gefahren des Wattenmeers gehen ohnehin nicht von Tieren aus, sondern von Gezeiten, Prielen und schnell zurückkehrendem Wasser. Gerade deshalb sind geführte Wattwanderungen für Besucher ohne Erfahrung die bessere Wahl.

Urlaub an der Nordsee Wer mehrere Tage für Wattwanderungen, Inseln und Tierbeobachtungen einplanen möchte, findet Unterkünfte in den großen Nordseebädern sowie auf den Inseln. Unterkünfte an der Nordsee bei Booking.com ansehen.

Wann sieht man welche Tiere in der Nordsee?

Die Tierwelt der Nordsee verändert sich im Jahresverlauf. Einige Arten leben ganzjährig im Gebiet, andere sind saisonal leichter zu beobachten. Auch das Verhalten vieler Tiere verändert sich während Fortpflanzung, Aufzucht und Vogelzug.

Für Urlauber bedeutet das jedoch nicht, dass es nur eine einzige gute Reisezeit gibt. Tiere lassen sich an der Nordsee das ganze Jahr über beobachten. Welche Arten besonders interessant sind, hängt von der Jahreszeit und vom Urlaubsort ab.

Frühling

Im Frühjahr wird das Wattenmeer zunehmend lebendig. Zahlreiche Zugvögel nutzen die Küste als Rastplatz, während im Wasser und Watt viele kleinere Tiere aktiv sind.

Für Wattwanderungen ist der Frühling interessant, weil die großen Touristenströme der Sommerferien noch fehlen. Das Wasser ist allerdings noch kalt.

Sommer

Der Sommer ist für die meisten Nordseeurlauber die einfachste Zeit zur Tierbeobachtung. Es gibt viele geführte Wattwanderungen, Schiffsfahrten und Naturveranstaltungen.

Besonders Seehunde lassen sich bei Fahrten zu den Sandbänken gut beobachten. Zahlreiche Häfen bieten spezielle Ausflugsfahrten an, die mit den Nationalparkverwaltungen abgestimmt werden.

Auch Strandkrabben, Garnelen, Muscheln und Wattwürmer lassen sich bei einer Wattwanderung entdecken.

Herbst

Der Herbst ist besonders für die Vogelwelt interessant. Große Mengen von Zugvögeln nutzen das Wattenmeer als Rast- und Nahrungsgebiet.

Für Meerestiere bleibt die Region ebenfalls interessant. Viele Tourangebote werden allerdings mit fortschreitender Jahreszeit eingeschränkt.

Winter

Auch im Winter ist die Nordsee keineswegs tierleer. Besonders interessant sind beispielsweise Kegelrobben, deren Nachwuchs im Winter an Land zu sehen sein kann.

Gerade bei Jungtieren am Strand ist ausreichend Abstand wichtig. Ein allein liegendes Tier muss nicht verlassen sein.

Die besten Orte für Tierbeobachtungen an der Nordsee

Grundsätzlich kann man entlang der gesamten deutschen Nordseeküste Tiere beobachten. Einige Orte sind für bestimmte Arten jedoch besonders interessant.

Ort oder Region Besonders interessant für
Helgoland Kegelrobben, Seehunde, Seevögel, Hummer
Sylt Schweinswale, Robben, Wattbewohner, Vögel
Cuxhaven Wattwanderungen, Seehunde, Wattbewohner
Neuwerk Watt, Seehunde, Vögel
Büsum Krabben, Wattbewohner, Seehundfahrten
St. Peter-Ording Wattenmeer, Vögel, kleinere Wattbewohner

Helgoland: einer der besten Orte für Tiere an der Nordsee

Wenn Tierbeobachtung ein wichtiger Bestandteil des Ausflugs sein soll, ist Helgoland besonders interessant.

Die Insel unterscheidet sich deutlich von der flachen deutschen Wattenmeerküste. Felsiger Untergrund bietet anderen Arten Lebensraum als Sand und Schlick.

Bekannt ist Helgoland vor allem für seine Kegelrobben. Diese Art ist größer als der Seehund und gilt als größtes wild lebendes Raubtier Deutschlands.

Hinzu kommen zahlreiche Seevögel und die besondere Unterwasserwelt rund um die Felseninsel.

Robben auf Helgoland fotografieren

Die leichte Erreichbarkeit der Tiere bedeutet nicht, dass man sich ihnen beliebig nähern sollte. Besonders große Kegelrobben können kräftig und schnell sein.

Für ein gutes Foto ist ein Teleobjektiv die bessere Lösung als ein zu geringer Abstand.

Sylt und das Walschutzgebiet

Für die Beobachtung von Schweinswalen ist Sylt besonders interessant.

Westlich von Sylt und Amrum befindet sich ein Schutzgebiet für Schweinswale. Das Bundesamt für Naturschutz bezeichnet das Gebiet vor Sylt und Amrum als wichtiges Aufzuchtgebiet der Nordsee-Schweinswale.

Auf Sylt gibt es sogar einen Walpfad, der entlang der Westküste über Schweinswale und andere Meeressäuger informiert. Von Land aus sind bei geeigneten Bedingungen Sichtungen möglich.

Wie erkennt man einen Schweinswal?

Wer auf einen springenden Delfin wartet, übersieht einen Schweinswal möglicherweise. Die kleinen Wale verhalten sich meist wesentlich unauffälliger.

Typisch ist eine kleine dunkle Rückenflosse, die kurz an der Wasseroberfläche erscheint und wieder verschwindet.

Bei ruhiger See sind solche Bewegungen natürlich leichter zu erkennen als bei stärkerem Wellengang.

Cuxhaven und Neuwerk

Für einen klassischen Einstieg in die Welt des Wattenmeers ist Cuxhaven sehr gut geeignet.

Das Watt vor Cuxhaven ist bei Niedrigwasser weit begehbar. Zu den bekanntesten Zielen gehört die Insel Neuwerk.

Wer die Tierwelt kennenlernen möchte, muss allerdings nicht bis Neuwerk laufen. Bereits bei kürzeren geführten Wattwanderungen werden Wattwürmer, Muscheln, Krabben und andere typische Bewohner erklärt.

Von Neuwerk gibt es außerdem Möglichkeiten, Seehunde bei geführten Touren aus sicherer Entfernung zu beobachten.

Warum eine geführte Wattwanderung sinnvoll ist

Eine Wattwanderung ist nicht nur wegen der Tiere interessant. Ortskundige Wattführer wissen, wo sich Wattwürmer, Krebse, Muscheln und andere kleine Bewohner finden lassen.

Mindestens ebenso wichtig ist die Sicherheit. Das scheinbar flache und ruhige Watt kann durch Priele, Schlick, Nebel, Wetter und die auflaufende Flut gefährlich werden.

Die Nationalparkverwaltung empfiehlt ausdrücklich, nicht ohne ortskundige Begleitung weit ins Watt hinauszugehen. Außerdem müssen Gezeiten und Wetter berücksichtigt werden.

Wichtig im Wattenmeer

  • weite Wattwanderungen nicht ohne Ortskenntnis unternehmen
  • Gezeiten vorher prüfen
  • auf Priele und Schlickbereiche achten
  • Wetterentwicklung beobachten
  • geeignete Schuhe verwenden, da Muschel- und Austernschalen scharf sein können
  • Wildtiere und Schutzbereiche nicht stören

Ebbe und Flut bestimmen die Tierwelt

Ohne Ebbe und Flut gäbe es das Wattenmeer in seiner heutigen Form nicht. Der Rhythmus der Gezeiten bestimmt, wann Tiere Nahrung suchen, wann Sandbänke trockenfallen und wann Fische wieder in die Priele und flachen Bereiche schwimmen können.

Zwischen zwei Hochwassern liegen ungefähr 12,5 Stunden. Deshalb gibt es normalerweise zweimal täglich Hoch- und zweimal Niedrigwasser.

Für Urlauber bedeutet das: Derselbe Strand oder dieselbe Wattfläche kann wenige Stunden später völlig anders aussehen.

Welche Tiere sieht man bei Ebbe?

Ebbe ist besonders interessant für die Beobachtung der Wattbewohner. Große Flächen fallen trocken und machen Spuren sichtbar, die bei Hochwasser unter mehreren Metern Wasser verborgen sein können.

Typisch sind:

  • Sandhäufchen von Wattwürmern
  • Muscheln
  • Wattschnecken
  • Strandkrabben
  • Garnelen in kleinen Wasserstellen
  • kleine Fische in Prielen
  • zahlreiche Vögel bei der Nahrungssuche

Außerdem fallen Sandbänke trocken, die von Seehunden zum Ruhen genutzt werden.

Welche Tiere sieht man bei Flut?

Bei Flut verschwindet ein großer Teil der Wattfläche wieder unter Wasser. Fische, Garnelen und andere Meerestiere können nun Bereiche erreichen, die wenige Stunden vorher trocken lagen.

Für einen normalen Spaziergänger sind kleinere Wattbewohner jetzt schwerer zu beobachten.

Vom Deich, Strand oder Schiff können dagegen Meeressäuger und Vögel interessant sein.

Tiere beim Baden in der Nordsee

Viele Urlauber fragen sich, welche Tiere beim normalen Baden tatsächlich im Wasser neben ihnen schwimmen.

Meist sind es kleine Fische, Garnelen und andere unscheinbare Tiere, die man gar nicht bemerkt.

Je nach Bedingungen können außerdem Quallen auftreten. Größere Fische, Robben oder Schweinswale kommen zwar in der Nordsee vor, halten sich aber normalerweise nicht mitten zwischen zahlreichen Badegästen im flachen Wasser auf.

Können Robben beim Baden auftauchen?

Grundsätzlich können Seehunde oder Kegelrobben auch küstennah schwimmen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie regelmäßig zwischen Badegästen auftauchen.

Wer eine Robbe im Wasser sieht, sollte ihr ausreichend Platz lassen und nicht versuchen, auf das Tier zuzuschwimmen.

Können Schweinswale nahe an den Strand kommen?

Schweinswale können relativ küstennah vorkommen. Besonders vor Sylt besteht bei ruhigem Wetter sogar die Möglichkeit, sie vom Land aus zu beobachten.

Eine Sichtung bleibt trotzdem Glückssache.

Kann man in der Nordsee schnorcheln?

Schnorcheln ist grundsätzlich möglich, aber die Nordsee bietet andere Bedingungen als das Mittelmeer.

Das Wasser ist häufig trüber, die Sichtweite geringer und die Temperaturen sind niedriger. Dazu kommen Strömungen und Gezeiten.

Wer an einen Urlaub auf Sardinien oder in Griechenland denkt, sollte deshalb keine vergleichbare Unterwasser-Sicht erwarten.

Die Tierwelt der Nordsee entdeckt man häufig besser bei Ebbe im Watt, auf einer Bootsfahrt oder an speziellen Küstenabschnitten als mit Schnorchel und Taucherbrille.

Tiere im Hafen

Auch Häfen können überraschend interessant sein. An Kaimauern, Stegen und Pfählen wachsen Muscheln, Seepocken und andere festsitzende Tiere.

Im Wasser lassen sich mit etwas Glück kleine Fische und Quallen beobachten. Krabben halten sich häufig zwischen Steinen und Hafenmauern auf.

Wer in Hamburg startet, kann die maritime Welt zunächst bei einer Hafenrundfahrt in Hamburg kennenlernen. Die eigentliche Nordsee beginnt allerdings erst deutlich weiter westlich.

Die Nordsee und die Elbe

Hamburg liegt nicht direkt an der Nordsee, sondern an der Elbe. Trotzdem besteht eine direkte Verbindung zwischen Fluss und Meer.

Der Salzgehalt verändert sich flussaufwärts, wodurch unterschiedliche Lebensräume entstehen. Einige Fischarten wandern zwischen Süß- und Salzwasser.

Für Besucher sind beispielsweise die Landungsbrücken und der Hamburger Fischmarkt interessante Ausgangspunkte, um die Bedeutung von Elbe, Hafen und Fischerei kennenzulernen.

Nordsee oder Ostsee – wo gibt es mehr Tiere?

Nordsee und Ostsee sind biologisch sehr unterschiedliche Meere. Die Nordsee besitzt einen deutlich höheren Salzgehalt und ist direkt mit dem Atlantik verbunden.

Die Ostsee ist dagegen ein Brackwassermeer. Ihr Salzgehalt nimmt von Westen nach Osten stark ab.

Dadurch unterscheiden sich auch die Tiergemeinschaften. Einige Arten kommen in beiden Meeren vor, andere bevorzugen klar Nordsee oder Ostsee.

Einen allgemeinen Überblick über Reiseziele an der anderen deutschen Küste findest du bereits in unserem Artikel über die Ostsee. Ein eigener großer Artikel über die Tiere der Ostsee bietet sich als Ergänzung an.

FAQ: Tiere in der Nordsee

Welche Tiere leben in der Nordsee?

In der Nordsee leben Seehunde, Kegelrobben, Schweinswale, zahlreiche Fischarten, Haie, Rochen, Quallen, Krabben, Garnelen, Muscheln, Schnecken, Seesterne, Seeigel und zahlreiche weitere wirbellose Tiere.

Welche Meeressäuger gibt es in der Nordsee?

Für das deutsche Wattenmeer sind vor allem Seehund, Kegelrobbe und Schweinswal charakteristisch.

Gibt es Wale in der Nordsee?

Ja. Der Schweinswal ist der für die deutsche Nordseeküste wichtigste kleine Wal. Gelegentlich können auch andere Walarten in der Nordsee auftreten.

Gibt es Delfine in der Nordsee?

Ja, Delfinarten können in der Nordsee vorkommen. Der deutlich typischere kleine Wal an der deutschen Küste ist jedoch der Schweinswal. Das Bundesamt für Naturschutz nennt auch gelegentliche Beobachtungen von Weißschnauzendelfinen und Großen Tümmlern in deutschen Nordseegewässern.

Gibt es Haie in der Nordsee?

Ja. Mehrere Haiarten kommen in der Nordsee vor. Für Badegäste sind Begegnungen jedoch sehr selten. Mehr Informationen findest du in unserem Artikel über Haie in der Nordsee.

Gibt es Rochen in der Nordsee?

Ja. Verschiedene Rochenarten leben in der Nordsee. Sie halten sich überwiegend am oder nahe dem Meeresboden auf.

Welche Fische gibt es in der Nordsee?

Bekannte Arten sind unter anderem Scholle, Seezunge, Hering, Sprotte, Makrele, Kabeljau, Wittling, Flunder und verschiedene kleinere Grundeln.

Was ist das größte Tier in der Nordsee?

In der gesamten Nordsee können wesentlich größere Wale auftreten als der Schweinswal. Für die deutsche Küstenregion ist der Schweinswal jedoch der typische heimische Wal.

Was ist das größte Raubtier an der deutschen Nordsee?

Die Kegelrobbe ist das größte wild lebende Raubtier Deutschlands.

Wo kann man Seehunde an der Nordsee sehen?

Seehunde ruhen auf Sandbänken im Wattenmeer. Von vielen Nordseehäfen werden spezielle Ausflugsfahrten zu den Seehundbänken angeboten.

Wo kann man Kegelrobben sehen?

Helgoland gehört zu den bekanntesten Orten für Kegelrobben. Auch in anderen Teilen des Wattenmeers kommen die Tiere vor.

Wo kann man Schweinswale sehen?

Besonders interessant ist die Region vor Sylt und Amrum. Dort befindet sich ein wichtiges Schutz- und Aufzuchtgebiet für Schweinswale.

Welche Tiere sieht man bei einer Wattwanderung?

Typische Tiere beziehungsweise Spuren sind Wattwürmer, Strandkrabben, Garnelen, Muscheln, Wattschnecken und kleinere Fische in Prielen. Geführte Wattwanderungen vermitteln gezielt Informationen über diese Tiere.

Welche gefährlichen Tiere leben in der Nordsee?

Für Badegäste sind vor allem einige Quallenarten und das giftige Petermännchen relevant. Haie spielen trotz ihrer Bekanntheit im normalen Badeurlaub kaum eine Rolle.

Gibt es giftige Tiere in der Nordsee?

Ja. Dazu gehört beispielsweise das Petermännchen mit seinen giftigen Stacheln. Auch die Nesselkapseln einiger Quallen können schmerzhafte Hautreaktionen verursachen.

Sind Quallen in der Nordsee gefährlich?

Das hängt von der Art ab. Einige Quallen sind für Menschen kaum problematisch, andere können deutlich nesseln. Mehr dazu findest du unter Quallen in Nordsee und Ostsee.

Sind Seehunde gefährlich?

Seehunde sind Wildtiere und sollten nicht angefasst werden. Wer ausreichend Abstand hält, hat normalerweise keine Probleme.

Sind Kegelrobben gefährlich?

Kegelrobben sind große und kräftige Raubtiere. Man sollte sich ihnen nicht unnötig nähern und niemals versuchen, ein Tier anzufassen.

Was lebt unter dem Sand im Wattenmeer?

Im Wattboden leben unter anderem Wattwürmer, Muscheln, Schnecken, Borstenwürmer und verschiedene kleine Krebstiere. Ein großer Teil der Tierwelt bleibt für Spaziergänger zunächst unsichtbar.

Kann man Tiere im Watt selbst suchen?

In unmittelbarer Strandnähe kann man bei Niedrigwasser verschiedene Spuren und kleine Tiere entdecken. Für längere Wege ins Watt empfiehlt sich eine geführte Tour, da Gezeiten, Priele und Wetter gefährlich werden können.

Weitere Artikel rund um die Nordsee

Fazit: Die Tierwelt der Nordsee ist größer als viele erwarten

Die Nordsee ist weit mehr als Wasser, Sand und Watt. In und an ihr lebt eine vielfältige Tierwelt mit Seehunden, Kegelrobben, Schweinswalen, Fischen, Haien, Rochen, Quallen, Krebsen, Garnelen, Muscheln und zahlreichen kleineren Wattbewohnern.

Für Urlauber sind insbesondere Seehunde interessant, da sie auf Sandbänken relativ gut beobachtet werden können. Helgoland ist ein bekanntes Ziel für Kegelrobben, während vor Sylt und Amrum besonders gute Voraussetzungen für Schweinswale bestehen. Das Gebiet vor den beiden Inseln ist ein wichtiges Aufzuchtgebiet dieser kleinen Wale.

Mindestens genauso interessant ist jedoch das Leben im Wattenmeer. Wattwürmer, Strandkrabben, Garnelen, Muscheln und Schnecken zeigen, dass eine scheinbar leere Fläche bei Ebbe tatsächlich voller Tiere steckt.

Wer zum ersten Mal an der Nordsee Urlaub macht, muss deshalb nicht auf eine spektakuläre Walsichtung hoffen. Schon eine geführte Wattwanderung kann zahlreiche Tiere zeigen, die man ohne Kenntnisse wahrscheinlich übersehen würde.

Vor größeren Tieren muss man an der Nordsee normalerweise keine Angst haben. Haie kommen zwar vor, spielen für Badegäste aber kaum eine Rolle. Deutlich relevanter sind einige Quallenarten und das Petermännchen.

Der wichtigste Sicherheitsfaktor im Wattenmeer ist ohnehin nicht die Tierwelt, sondern die Natur selbst. Gezeiten, Priele und schnell veränderliches Wetter machen es sinnvoll, längere Wattwanderungen mit ortskundiger Begleitung zu unternehmen.

Wer sich Zeit nimmt und nicht nur aufs offene Meer schaut, kann an der Nordsee deshalb erstaunlich viele Tiere entdecken – vom winzigen Wattwurm bis zur großen Kegelrobbe.

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